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Weshalb eine Seite zur Kaufberatung auf crazy-to-bike.de?

Ganz einfach - weil es nicht nur "alte Hasen", sondern Jahr für Jahr Anfänger und Einsteiger gibt, die fernab von Händlern ("Kann man denen denn trauen?") oder Fachmagazinen Rat und Hilfestellung suchen.

 

Was soll ich mir für ein Bike kaufen?

Rennrad oder Mountainbike, Hardtail oder Fully, oder doch ein Tourenbike

Für die Beantwortung dieser Frage gilt es zunächst einmal zu klären, welchen Einsatzzweck das Rad haben soll.
Wer ausschließlich auf der Straße (geteert) fahren will, der sollte zum klassischen Rennrad greifen, wer das Rad eher tourenorientiert und weniger als reines Sportgerät nutzen will, ist meiner Meinung nach mit einem Tourenrad am Besten bedient. Mit einem Tourenrad kann man sehr gut auf der Strasse, aber auch auf ungeteerten Wegen fahren und ist somit recht flexibel.
Wer hingegen oft und gerne abseits von geteerten Strassen unterwegs sein möchte, der greift zum richtigen Mountainbike. Doch auch hier gibt es wieder eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten (nicht nur was Hersteller, Preis und Ausstattung angeht). Um alle Einsatzzwecke und das am besten geeignete Bike gegenüberzustellen, habe ich nachfolgende Tabelle entwickelt.

 

Einsatztweck
Welches Bike? (Bike-Typ)
Anmerkungen
Strasse (geteert)
als Sportgerät
Rennrad 28" Laufräder, schmale Bereifung (18 - 22 mm), sportliche Sitzposition (gebeugt), geringes Gewicht, recht großer Rahmen, Rennlenker
Strasse (geteert)
als Sportgerät für Zeitfahren
Zeitfahrrad / Triathlonrad wie Rennräder, oft 26" Laufräder, sehr flache Sitzposition durch Triathlonlenker (zum Auflegen der Unterarme), eher für Zeitfahren / Triatlon geeignet
Strasse (geteert) und
ungeteerte Wege (Schotter, fester Waldboden)
für Touren/Radurlaub
Tourenrad 28" Laufräder, breitere gut profilierte Bereifung (25 - 40 mm), recht aufrechte Sitzposition, oft mit Gepäckträger/Schutzblechen Beleuchtung usw., eher hohes Gewicht
ungeteerte Wege (breite / schmale Wald- und Wiesenwege, Schotterwege)
als Sportgerät
Mountainbike - Hardtail 26" Laufräder, breite Stollenbereifung (1,8 - 2,5" = 45 - 64 mm), gerader Lenker, i.d.R. gefedertes Vorderrad (Federgabel) 80 - 120 mm, oft mit Scheibenbremsen (vgl. Motorrad), schwerer als Rennräder, aber die leichteste Mountainbike-Variante (9 - 13 kg)
ungeteerte Wege (breite / schmale Wald- und Wiesenwege, Schotterwege)
als Sportgerät
Mountainbike - Race-Fullsuspension (Race-Fully)1, Marathon-Fully wie Hardtail, nur vollgefedert (also auch gefedertes Hinterrad) 90 - 120 mm, etwas schwerer (10 - 13 kg), durch die Vollfederung mehr Komfort und bessere Traktion (Bodenhaftung)
ungeteerte Wege (v.a. schmale Wald- und Wiesenwege), Trails, mit Wurzeln und Stufen
als Sportgerät
Mountainbike - Touren-Fully / Allmountain-Fully1 wie Race-Fully, nur mehr Federweg (130 - 150mm), oft leicht geschwungener Lenker (Riserbar), noch etwas schwerer (12 - 15 kg)
Trails, mit Wurzeln und größeren Stufen, Bike-Parks, abfahrtsorientiert
als Sportgerät
Mountainbike - Enduro / Freerider / Downhill-Fully wie Allmountain-Fully, aber noch mehr Federweg (> 150 mm), deutlich schwerer

1 Die Grenzen zwischen Race-/Touren-Fully, Allmountain und Freerider sind heutzutage eher fließend, eine klare Abgrenzung fällt daher schwer.

Doch auch wenn man den richtige Bike-Typ für sich gefunden hat, sind noch viele Fragen offen.




Die richtige Ausstattung

Der Preis macht den Unterschied


Man muss nicht das teuerste Designer- oder Custom-Bike haben. Manche dieser Bikes dienen auch eher der Ausfahrt zur Eisdiele denn zum richtigen Biken - und das liegt nicht an der Qualität, sondern daran, dass diese für Geländeausfahrten eigentlich zu kostspielig sind.
Aber auch in Zeiten von "Geiz ist Geil" sollte man sich klar darüber sein, dass Qualität und Langlebigkeit ihren Preis haben. In der nachfolgenden Tabelle kannst du dich orientieren, auf welche Komponenten du für deinen Einsatzzweck achten solltest.

 

Einsatzart/-häufigkeit
Preisspanne
gängige Ausstattungen
eher trockenes Wetter, gelegentlich bis 1.000 Euro MTB:
Schaltung, Naben, Tretgarnitur usw.:Shimano (Acera und Alivio, z.T. Deore)
Bremsen: V-Brake (Shimano Acera und Alivio, z.T. Deore)
Rennrad:
auch bei Nässe, regelmäßig 1.000 bis 2.500 Euro2 MTB:
Schaltung, Naben, Tretgarnitur usw.: Shimano (Deore (bedingt), LX, XT, XTR3), Sram (Schaltung mit Drehgriff)
Bremsen: oft Scheibenbremsen (z.B. Magura, Shimano), V-Brake (Shimano LX, XT, XTR)
Rennrad:
bei jedem Wetter, sehr intensiv / Wettkampf ab 1.500 Euro2 MTB:
Schaltung, Naben, Tretgarnitur usw.:Shimano (XT, XTR), Sram (Schaltung mit Drehgriff)
Bremsen: Scheibenbremsen (z.B. Magura, Shimano), V-Brake (Shimano XT, XTR)
Rennrad:

2 Je nachdem, ob Hardtail oder Fully, liegt der Preis eher im unteren oder oberen Bereich.
3 In dieser Preisklasse meistens nur das Schaltwerk, ist aber völlig ausreichend.


Insbesondere bei den Bikes ab 1.500 Euro sind häufig auch Teile (Parts) anderer namhafter Hersteller wie Hügi, Syntace, RaceFace, Tune, Rohloff usw. zu finden.

 

Scheibenbremse oder V-Bake beim Mountainbike?

Es muss nicht unbedingt eine Scheibenbremse sein, obwohl ich persönlich sie an meinem Fully nicht mehr missen möchte. Aber gerade im unteren Preissegment oder wenn du etwas auf das Geld schauen möchtest, ist eine V-Brake völlig ausreichend.

 


Die richtige Rahmengröße

 

Rahmenhöhe

Während es für die Rahmenhöhe bei Rennrädern fast ausschließlich auf die Schrittlänge (Länge zwischen Boden und dem Schritt, satt anliegend gemessen) ankommt, halte ich bei Bikes einen einfachen Test für mindestens genau so wichtig: Die "Beinfreiheit". Stelle dich in der Rahmenmitte über den Rahmen und hebe das Vorderrad an, bis der Rahmen satt im Schritt anliegt. Nun sollte das Vorderrad - je nach Einsatzgebiet etwa 20 - 40cm vom Boden angehoben sein.
Andernfalls bist du mit deiner "Intimregion" zu nahe am Oberrohr des Rahmens, was bei einem unvorhergesehenen Absteigen schmerzhaft werden kann.

Die Schrittlänge kannst du folgendermaßen ermitteln:
Stelle dich barfuß gerade an eine Wand und halte ein Buch satt zwischen den Schritt (so als ob das Buch der Sattel wäre, auf dem du sitzen würdest). Jetzt misst Du dort wo das Buch endet, die Höhe vom Boden. Dies ist die Schrittlänge.

 

Oberrohrlänge - Länge des Rohrs vom Sattel zum Lenker

Außer der Rahmenhöhe ist die Oberrohrlänge von Bedeutung. Sie entscheidet neben der Vorbaulänge darüber wie aufrecht (Tour) oder gestreckt (sportlich) man auf dem Rad sitzt.

Nachfolgende Tabelle gibt für die Entscheidung der richtigen Rahmengröße einen Anhaltspunkt:

 

Schrittlänge

Rahmengröße

Oberrohrlänge (Tour)

Oberrohrlänge (sportlich)

74 cm 42 cm / 16,5" 530 mm 555 mm
75 cm 43 cm / 16,9" 533 mm 558 mm
77 cm 44 cm / 17,3" 536 mm 561 mm
79 cm 45 cm / 17,7" 540 mm 565 mm
81 cm 46 cm / 18,1" 544 mm 569 mm
82 cm 47 cm / 18,5" 548 mm 573 mm
84 cm 48 cm / 18,9" 553 mm 578 mm
86 cm 49 cm / 19,3" 558 mm 583 mm
88 cm 50 cm / 19,8" 564 mm 589 mm
89 cm 51 cm / 20,1" 570 mm 595 mm
91 cm 52 cm / 20,5" 576 mm 601 mm
93 cm 53 cm / 20,8" 582 mm 607 mm
95 cm 54 cm / 21,2" 590 mm 615 mm



Bike vom Radshop vor Ort oder vom Versender?


Sind grundlegende Dinge wie Einsatzzweck, Rahmengröße, Ausstattung usw. geklärt, wenn du also genau weißt, was du willst und dich auch schon ein wenig auskennst, kannst du ruhig bei einem (namhaften!!) Versender kaufen. Dort bekommt man heutzutage solide Bikes zu vergleichsweise recht günstigen Preisen. In zahlreichen Tests sind z.B. Bikes von Canyon oder Rose (Red Bull) oft bei den vorderen Platzierungen mit dabei.

 




Wichtiges Zubehör / Sicherheit


Außer dem Bike an sich erfordert das sichere Biken noch ein gewisses Zubehör.

Trinkflasche / Trinkblase ("Camelbak")

Im Sommer ist das noch jedem klar, aber selbst, wer im Winter biken geht, verliert durch Schwitzen eine ganze Menge Flüssigkeit. Daher gehört die Trinkflasche bzw. für größere Mengen ein Rucksack mit Trinkblase zur Grundausstattung eines jeden Bikers.

 

Radhelm

Fast jeder "normale" Fahrradfahrer trägt ihn (leider) nicht - zum Radsport gehört er unabdingbar dazu. Bei einem Sturz ist neben den Schultern ("Schlüsselbeinbruch") der Kopf das am meisten gefährdtete Körperteil - der Kopf ist vom Boden ja auch am weitesten entfernt.
Ach ja - und jeder kann stürzen, und wenn er noch so vorsichtig fährt oder Fahrsicherheit hat - nicht zuletzt, weil andere Verkehrsteilnehmer (Rennrad) oder z.B. Wurzeln (MTB) unberechenbar sein können.

 

Radhandschuhe

Diese bieten gleich zwei Vorteile. Erstens schützen sie bei einem Sturz die ebenfalls gefährdeten Handinnenflächen, zweitens bieten sie wenn einem der Schweiss die Arme runter läuft einen sicheren Halt am Lenker und polstern die Handballen.

 

Radbrille

Wer schon einmal schnell mit dem Rad bergab gefahren ist, hat sicher bemerkt, dass die Augen zu tränen beginnen. Schuld ist der Fahrtwind.
Ebenso ist es kaum möglich, ohne ständiges "Zwinkern" ins Sonnenlicht zu schauen. Eine spezielle Radbrille, welche die Augen vor UV-Strahlung und Fahrtwind schützt, ist eine lohnenswerte Investition.

 

Radbekleidung

Es muss für den Gelegenheitsfahrer nicht gleich die vollständige Profi-Ausstattung sein. Eine Radhose (spezielle Hose aus Stretchmaterial mit Sitzpolster) würde ich aber jedem empfehlen.
Wer möchte, kann sich dann noch spezielle Radtrikots, eine Windstopperweste/-jacke, eine Regenjacke (sind hinten länger geschnitten) usw. zulegen.

Auf jeden Fall empfehle ich, nur Funktionsbekleidung und nicht etwa Baumwollkleidung zu tragen. Diese nimmt den Schweiß besser auf und transportiert ihn v.a. vom Körper weg. Außerdem trocknet diese Kleidung viel schneller und verhindert so Unterkühlung, die zur Erkrankung ("Erkältung") führen kann.

Insbesondere, wer so wie ich das ganze Jahr - also auch im Winter - fährt, kommt um spezielle Bike-Bekleidung, die es auch als Winterausführung gibt, nicht herum.

 

Radschuhe / Klickpedale

Wer viel fährt, sollte sich zudem überlegen, spezielle Radschuhe (diese haben eine steife Sohle für bessere Kraftübertragung auf´s Pedal) zu kaufen. Für ambitionierte Biker empfehle ich ohnehin das Fahren mit Klickpedalen, die den Radschuh fest auf dem Pedal fixieren und so optimales Treten ermöglichen.
Aber Achtung: Den Auslösemechanismus sollte man auf einer einfachen Strecke erst mal verinnerlichen, sonst gibt es beim Versuch anzuhalten einen peinlichen Abflug (Die so genannte Klickpedal-Prüfung).

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